Taucher-Druckkammer

Der Ortsverband Würzburg der DLRG hat das große Glück über eine eigene Druckkammer zu verfügen. Die Kammer wurde früher am Universitätsklinikum Würzburg zu therapeutischen Zwecken betrieben und verlor mit der Einstellung der hyperbaren Sauerstofftherapie am Klinikum ihre ursprüngliche Bedeutung. Deshalb wurde sie einem neuen Verwendungszweck zugeführt und dient seitdem als Trainingskammer für Taucher.

 

Wozu eine Trainingskammer?

Taucher neigen sehr oft dazu, Gefahren zu unterschätzen und sich selbst zu überschätzen. Dies ist eine häufige Ursache von Unfällen, die im Extremfall tödlich verlaufen können. Gerade Rettungs- und Einsatztaucher benötigen bei der Ausführung ihrer Tätigkeiten einen kühlen Kopf und sollten kein unnötiges Risiko eingehen. Deshalb soll in der Kammer den Tauchern die Grenze ihrer Fähigkeiten, insbesondere im Bezug auf die Stickstoffnarkose (Tiefenrausch), aufgezeigt werden.

 

Wer kann die Kammer nutzen?

Unsere Druckkammer kann grundsätzlich von allen Tauchern genutzt werden. Wir wollen, dass sowohl Taucher aus dem Wasserrettungsdienst, als auch Sporttaucher lernen, mögliche Gefahren kritischer zu betrachten. Daher freuen wir uns über jeden, der bei uns sein Wissen erweitert und hoffentlich ein Stück besonnener wird.

Welche Voraussetzungen muss man für eine Fahrt erfüllen?

Teilnehmen können Sporttaucher, die über ein gültiges Tauchbrevet verfügen bzw. Rettungs-/Einsatz-/Feuerwehr-/Bergungstaucher, die eine entsprechende Ausbildungsbescheinigung der jeweiligen Organisation vorweisen können.
Zudem ist eine gültige Tauchtauglichkeitsuntersuchung Pflicht. Taucher ohne ärztlich attestierte Tauchtauglichkeit können leider keine Fahrten absolvieren. Es wird empfohlen, die Untersuchung von einem Arzt mit einer von der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) anerkannten Fortbildung durchführen zu lassen. Entsprechende Ärzte tragen die Zusatzbezeichnungen Tauchtauglichkeit (GTÜM), Tauchmedizin (GTÜM), Hyperbarmedizin (GTÜM) oder Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM). Taucher aus dem Wasserrettungsdienst und Berufstaucher sollten über eine gültige berufsgenossenschaftliche Grundsatzuntersuchung G31 verfügen.

 

Was geschieht bei der Fahrt?

Im Regelfall werden in unserer Trainingskammer 50m-Profile gefahren, es wird also ein 50m Tauchgang mit Druckluft simuliert. Andere Tauchprofile sind nach Rücksprache problemlos möglich. Dem Taucher sollen hierbei besonders seine veränderten kognitiven und motorischen Fähigkeiten vor Augen geführt werden. Die auftretenden Symptome lassen sich durch den erhöhten Partialdruck des Stickstoffs erklären. Man spricht deshalb von Stickstoffnarkose oder im Taucherjargon auch vom Tiefenrausch. Die Dekompression von 50m auf 0m, also von 6 bar Umgebungsdruck (5 bar Überdruck) auf 1 bar Umgebungsdruck (0 bar Überdruck) erfolgt sehr langsam. Das von uns gefahrene Profil ist also sehr konservativ. Es entspricht den berufsgenossenschaftlichen Vorgaben für Taucherarbeiten, genauer gesagt der BG-Vorschrift C23 ( BGV C23). Die Sicherheit der Taucher ist uns also ein sehr wichtiges Anliegen.

 

Was kostet eine Fahrt?

Die DLRG (OV Würzburg) verfolgt mit dem Betrieb der Kammer keine Gewinnerzielungsabsicht. Vielmehr sollen die hohen Kosten für den Betrieb zumindest teilweise gedeckt werden. Die Kosten werden pro Kammerfahrt berechnet, unabhängig von der Anzahl der mitfahrenden Taucher. Pro Fahrt fasst die Kammer maximal acht Taucher sowie einen Betreuer der DLRG OV Würzburg.

An wen muss ich mich wenden? - Kontakt

Die genauen Kosten für eine Druckkammerfahrt oder einen freien Termin teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage mit. Bitte wenden Sie sich dazu Mittwochs zwischen 20:00 und 21:00 telefonisch unter der Rufnummer 0931/613011 an uns oder schreiben Sie uns eine E-Mail

Wir freuen uns auf Sie und hoffen, Ihnen ein paar eindrucksvolle Stunden bieten zu können.